Schule Wernersdorf

Der Sage nach soll hier einst eine Ritterburg gestanden sein. Das Burgfräulein habe sich des Nachts aufgrund einer verbotenen Liebesbeziehung heimlich fortgestohlen und sei im benachbarten See ertrunken, den ihr trauernder Vater anschließend zerstört habe.

Belegt ist an dieser Stelle jedenfalls ein Wernhartsdorf oder Bernhartsdorf, welches 1318 erstmals genannt wird. Die Ortsbezeichnung mit dem Personennamen – wohl des Gründers oder Vorstehers – deutet auf ein deutsches Kolonistendorf hin. (Im heutigen Polen gibt es fünf, in Tschechien zwei Orte, deren deutscher Name „Wernersdorf" lautet.)

Allerdings scheinen im Bereich der späteren steirischen Gemeinde Wernersdorf schon zuvor einzelne Bauerngüter auf. Von Buchenberg kennen wir den Eigentümer um das Jahr 1332. Pörbach tritt 1373 ins Licht der Geschichte, Kogl 1406. Aus dem 14. und 15. Jahrhundert sind uns Lehensverträge des Bistums Seckau mit den Rosenbergern, Tunauern, Polheimern, Weißeneckern und Spangsteinern erhalten geblieben.

Ebenfalls seit dem Mittelalter ist der Weinbau nachweisbar. Hier wiederum sei vor allem der Schilcher hervorgehoben, welcher seit ewigen Zeiten zu den unverwechselbaren Besonderheiten unserer weststeirischen Heimat gehört. Heute sieht sich Wernersdorf als Ort an der Schilcher-Weinstraße und arbeitet an seinem Ruf als „Schilcherdorf".

Ein einfacher Unterricht in verschiedenen Bauernhäusern lässt sich bis 1824 zurückverfolgen. Um 1860 erhielt Wernersdorf eine „Notschule", die dann ab 1885 als einklassige Volksschule geführt wurde.

Wirtschaftlich wuchs die Gemeinde vor allem mit der 1928 gegründeten Holzindustrie Leitinger.

Die Bevölkerungszahl zeigte einen gemächlichen Anstieg bis etwa zum Jahre 1961, als sie die Marke 850 deutlich überschritten hatte. Seither ist sie ständig im Sinken begriffen. Am 01. 01. 2014 lebten noch 634 Menschen in der Gemeinde Wernersdorf.

Im Jahr 1989 wurde der Grundstein für die Schaffung eines neuen Dorfzentrums gelegt. Ein Dorfplatz, ein Gemeindeamt, ein Kaufhaus und ein Wohnhaus wurden geschaffen.

Das kulturell-religiöse Zentrum verkörpert die Emmauskapelle, in welcher 14 Werke des Künstlers Gerald Brettschuh zu bewundern sind. Jeden Ostermontag ist sie Ziel des „Emmaus-Ganges", einer Sternwanderung in den frühen Morgenstunden.

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Oktober 1990. Es zeigt vier Gattersägen, darunter eine belaubte Weintraube; geteilt werden diese beiden Bereiche durch einen silbernen Wellenbalken, der die Weiße Sulm darstellt.

Auch in der Landwirtschaft beziehungsweise im Weinbau ist die Zeit nicht stehen geblieben. Die weithin bekannte Brennerei Jöbstl liefert edle Brände für höchste Ansprüche. Ein Besuch der Schaubrennerei und des Museums lohnt sich allemal.

Im Bereich Industrie und Gewerbe bietet Wernersdorf heute ebenfalls fortschrittliche Lösungen an: Der ECO-Park im Ortszentrum lädt Betriebe bei günstigen Bedingungen zur Ansiedelung ein.

Emmauskapelle 1