Steyeregg 1925 oder frueher

Die Ortsgemeinde Limberg entstand 1850, ab 1949 nannte sie sich „Limberg bei Wies". Mit 01. 01. 1960 vergrößerte sie sich im Süden auf Kosten der Gemeinden Vordersdorf und Altenmarkt geringfügig. Der Bereich des heutigen Toplerhofes, aber auch das Wahrzeichen Barbarakapelle wurden damals eingemeindet.

Der Name „Limberg" leitet sich von „Lindenberch" (1244) ab, Kalkgrub wurde erstmals 1315 als „ob der Chalchgruben" genannt. In einem Weinsteuerbuch aus dem Jahre 1406 findet man die Zeile „Am Steirerperg sind qr. VIIII. hat man gantzn weinzehnt", daraus hat sich „Steyeregg" entwickelt. Eichegg wurde erstmals 1499 als „Aichekh" erwähnt. Der Name „Kreuzberg" scheint 1667 im Taufbuch der Pfarre St. Peter als „Creuzperg" auf.

Noch am Ende des 18. Jahrhunderts war dieses Gebiet, vom gleichnamigen Schloss abgesehen, fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt, wobei die Keuschler meist zusätzlich einen Nebenberuf ausübten.

1800 begann in Steyeregg und 1849 in Kalkgrub der Kohlenbergbau. Ein neuer Berufsstand setzte sich durch, aus allen Teilen der Monarchie zogen – teils fremdsprachige – Menschen zu. Werksbesitzer waren anfangs einige Privatunternehmer, die rasch wechselten. 1808 bis 1872 gab es am Südrand sogar eine Alaunfabrik.

Ein steiler Aufschwung setzte ein, als die GKB 1871 das Werk Steyeregg erwarb. Zwei Jahre später wurde die Eisenbahnlinie von Lieboch nach Wies eröffnet, der Marienschacht groß ausgebaut. 1872/73 entstand die Bergarbeiterkolonie, 1874 nahm die Werksschule den Unterrichtsbetrieb auf. (Die Volksschule wurde 1925 wegen Einsturzgefahr aufgrund unterirdischer Spreng- und Grabarbeiten an den heutigen Standort verlegt.) Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Steyeregg eine eigene Feuerwehr. 1919 wurde die Bergkapelle Kalkgrub gegründet (Vorläuferin der Berg- und Hüttenkapelle St. Martin), 1926 die Feuerwehrmusikkapelle. Letztere nennt sich seit 1976 „Bergkapelle Steyeregg". 1923 erreichte die Gemeinde Limberg mit 1547 Personen die höchste Einwohnerzahl.

1931 wurde das Bergwerk Kalkgrub stillgelegt, 1932 das Bergwerk Steyeregg, 1933 kam in Deutschland Adolf Hitler an die Macht. Diese drei Jahreszahlen sollen veranschaulichen, wohin Arbeitslosigkeit und allgemeines Elend führen mussten. Während der sozialdemokratische Februarputsch 1934 hier keinerlei Auswirkung zeigte, beteiligten sich die Bergarbeiter in großer Zahl am Juliputsch der Nationalsozialisten. Trauriger Höhepunkt war der 25. 07. 1934, als ein Limberger Hilfsgendarm in Schwanberg seinen ehemaligen Schulkameraden, den Sohn des Schwanberger Volksschuldirektors, erschoss. Ansonsten überwog – im Gegensatz zu vielen Nachbargemeinden – die Bergarbeitersolidarität das Trennende der Politik. Während des Krieges schützten die örtlichen Nazis ihre hitlerkritischen Nachbarn vor Verhaftung, nach dem Krieg bewahrten ortsansässige Kommunisten die entmachteten Nazis vor Verschleppung durch die jugoslawischen Partisanen.

Mehrere Kleinunternehmer suchten noch mit mäßigem Erfolg nach Kohleresten. 1977 erhielt die Gemeinde ihr Wappen, das sowohl an den Namen (Lindenblätter), als auch an den Bergbau (Barbarakapelle) erinnert.

SteyereggDie Bevölkerungszahl war stetig zurückgegangen und hatte sich letztlich etwas unter 1000 eingependelt. Die große Zeit an Schacht und Stollen, aber auch die darauf folgende Not waren längst dem Wohlstandszeitalter gewichen. 1983 wurde oberhalb der Bergarbeiterkolonie mit dem Bau einer Siedlung begonnen. Um das Jahr 1997 entstand ein neues Ortszentrum mit Musikerheim und Bergbaumuseum. Auf der anderen Seite der Bundesstraße ist ein Gewerbepark im Begriff zu wachsen.

Limberg – mit dem Wahlspruch „Fortschritt im Grünen" – hat in die neue Großgemeinde Wies einiges einzubringen.