PICT6276LuftbildWies

Die Marktgemeinde Wies ist das Verwaltungszentrum und die Namensgeberin jener Großgemeinde, die außerdem noch die ehemaligen Gemeinden Limberg bei Wies, Wernersdorf und Wielfresen umfasst.

Auf Frühzeit, Römer und Völkerwanderung soll hier nicht eingegangen werden, weil diese Epochen für unsere gesamte Heimat im weiteren Sinne gelten.

Die älteste Nennung eines Ortsteiles betrifft Etzendorf (1170). Dieser hat bis Jahresende 1968 zur Gemeinde Vordersdorf gehört, die damals mit Wies vereinigt worden ist. Die Anfänge des Schlosses Burgstall gehen auf eine Anlage zurück, die erstmals 1280 genannt wird. Vordersdorf hat 1315 schon nachweislich bestanden. Altenmarkt wird 1324 urkundlich erwähnt. Diese Bezeichnung weist wohl auf eine ältere slawische Siedlung hin; abgesehen davon sind alle anderen Ortsnamen deutschen Ursprungs.

Der eigentliche Ort „Wies" ist vergleichswese junger Herkunft. Er entstand rund um die Kirche „Zum gegeißelten Heiland auf der Wies", die 1774 bis 1782 nach dem Vorbild bayerischer Wallfahrtsstätten errichtet wurde. Messen wurden anfangs in Deutsch und in Slowenisch gelesen. „Die damalige Kirche zum Heiland auf der Wies nächst Purgstall - na zelenim Travniku ..." lautet auch der erste Satz in der Wieser Pfarrchronik, geschrieben vermutlich 1855.

Am Beginn des 19. Jahrhunderts blühte der Braunkohlenbergbau auf. Man sprach vom „Wieser Revier", obwohl sich die Gruben durchwegs in den Nachbargemeinden befanden. Dieser für unerschöpflich gehaltene Energiespender ermöglichte auch glasverarbeitende Betriebe in Vordersdorf und Wies.

Von mehreren Katastrophen, die den Ort erschütterten, sei nur der Brand 1850 genannt, welcher schlafende Wallfahrer überraschte und einige von ihnen das Leben kostete.

Ein äußeres Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung war die Bahnstrecke von Lieboch nach Wies, welche 1873 erstmals befahren wurde.

Unmittelbar vor Ausbruch des 1. Weltkrieges kam es zur Trennung der Gemeinden Wies und Altenmarkt; ein Schritt, der mit der Jahreswende 1959/60 wieder rückgängig gemacht worden ist. Jedenfalls war Wies von 1951 bis 1955 die flächenmäßig kleinste Gemeinde der Steiermark. Die Angliederung der Gemeinde Vordersdorf an Wies erfolgte mit 01. 01. 1969.

1920 wurde die Gemeinde Wies zum Markt erhoben.

 

1946 begann die Hauptschule Wies mit dem Unterrichtsbetrieb. Von den zahlreichen Industrie-, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetrieben soll hier nur die Versuchsanlage für Spezialkulturen im Schloss Burgstall erwähnt werden. Zahlreiche Vereine stehen im Dienste der Allgemeinheit.

Mit 01. 01. 2015 hat der Name „Marktgemeinde Wies" eine neue Bedeutung erfahren, weil er über die ursprüngliche Fläche hinaus auch drei weitere bisherige Gemeinden einschließt. Zukunftsweisende „Wiesionen" sind nun gefragt.

wies 2014 1Wies als bürgerlicher Markt und die umliegenden ländlichen Katastralgemeinden bieten ihren Bewohnerinnen und Bewohnern heute alles, was sie brauchen, um sich hier wohl zu fühlen. Die Gegensätze zwischen Kirchplatz, Bergarbeiterkolonie, Weingärten und Almen ergänzen einander und haben aus einzelnen Teilen ein lebenswertes Ganz geschaffen.