st.katharina i.d.wielWielfresen klettert bei 400 Meter Seehöhe beginnend vom Tal hinauf über Hügel und Almen bis an die Kärntner Landesgrenze (2.000 Höhenmeter).

Im 6. Jahrhundert war das Gebiet von Slawen (Vorfahren der heutigen Slowenen) besiedelt. „Fresen" leitet sich von „breza" (slowenisch für „Birke") ab. Ebenso slawischer Herkunft sind „Feistritz" und „Mesnitz". Vom 8. bis zum 9. Jahrhundert kamen die Zuwanderer vor allem aus dem Norden in die Weststeirmark, sie brachten die deutsche Sprache und das Christentum mit. Der größte Teil des besprochenen Gebietes dürfte damals aber noch menschenleer gewesen sein.

1236 wird der „perg Wroll" in einer Belehnungsurkunde das erste Mal erwähnt, Herkunft und Bedeutung dieses Namens sind nach wie vor ungeklärt. Um 1430 werden „Wiell" und „Vrezen" erstmals in dieser uns fast vertrauten Schreibung genannt. Heute gibt es im Bereich Wielfresen knapp 50 Höfe, früher verzeichneten die Ämter Wiel und Fresen über 100 Huben.

Vermutlich schon im Mittelalter wurde in St. Katharina eine Kirche errichtet, ihre erste urkundliche Erwähnung trägt dann das Datum 1545. Seit 1962 wird die Wiel von den benachbarten Pfarren, derzeit von Schwanberg, mitbetreut.

Die Abgeschiedenheit brachte auch mit sich, dass der höher gelegene Teil dieses Gebietes von Plagen wie Pest, Türkeneinfällen und auch Bauernkriegen weitgehend verschont blieb. Trotzdem verringerte sich die Bevölkerungszahl bis heute ständig – abgesehen von einem kleinen Aufschwung zwischen 1923 und 1934.

Am Wieser Revier, der großen und bedeutenden Kohlenlagerstätte, hatte Wielfresen nur geringen Anteil. Immerhin gab es hier bereits um 1817 einen Antonystollen und einen Clarastollen.

Wiel neuDie Ortsgemeinde Wielfresen entstand wie üblich nach der Revolution 1848, und zwar aus den Katastralgemeinden Unterfresen, Wiel-St.Anna und Wiel-St. Oswald.

1963 wurde Landeshauptmann Josef Krainer senior zum Ehrenbürger ernannt, ebenso wie 1979 sein Nachfolger Dr. Friedrich Niederl und 1983 sein Sohn Landeshauptmann Dr. Josef Krainer junior. Ebenso durften sich 1959 Altbürgermeister Georg Tschuchnik, 2004 Waltraud Klasnic und 2009 Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer über diese Auszeichnung freuen.

Während der reguläre 2. Weltkrieg die Südweststeiermark nie erreichte, war die Koralpenregion ein beliebtes Tätigkeitsfeld für Widerstandskämpfer und Partisanen. Sie erschossen am 19. 11. 1944 auch Bürgermeister Adolf Gosch.

Rund 74 % der Fläche sind von Wald bedeckt; dementsprechend ist die Forstarbeit ein wichtiges Wirtschaftsfeld. Gemütliche Gasthäuser und einige Kleinbetriebe runden das Bild ab.

1979 erhielt Wielfresen das Recht zur Führung eines Gemeindewappens. Es zeigt ein in drei Teile (drei Katastralgemeinden) zerbrochenes Richtrad (Attribut der heiligen Katharina), umkränzt von drei Birkenzweigen („breza").

Am 11. 05. 1994 erfolgte der Spatenstich zur Errichtung des neuen Ortszentrums Wielfresen.

Die Bevölkerungszahl lag 1934 letztmals über 1000 und ging dann unablässig zurück. Zum Zeitpunkt der Vereinigung mit Wies, Limberg und Wernersdorf war sie bereits rund auf die Hälfte abgesunken. Die seit 1874 bestehende Volksschule St. Katharina in der Wiel musste 2004 geschlossen werden.

Als „Nationalepos" der Wielfresener gilt die von Dr. Hans Kloepfer 1917 gedichtete Ballade „Da Ruß". An sie erinnert die 1975 enthüllte Steinplastik in der Wiel.

Hervorzuheben ist auch die überaus große Gesteinsvielfalt von Wielfresen, die am Ortsplatz dokumentiert wird. Zum Zeitpunkt der Gemeindezusammenlegung waren in Wielfresen 585 Personen gemeldet.